Umgang mit Entzugssymptomen

Entzugssymptome nach der Beendigung des Cannabiskonsums können zeitweise sehr unangenehm sein und den Wunsch nach weiterem Konsum auslösen. Daher ist es hilfreich, dass du dich schon vorher gedanklich darauf vorbereitest und damit rechnest, dass Entzugssymptome auftreten können. Denke daran: Dein Körper stellt sich um. Betrachte es also als ein gutes Zeichen! Mit jedem Tage werden die Symptome schwächer bis sie ganz verschwinden.

Achte aber darauf, dich selbst nicht zu sehr auf die Entzugssymptome zu konzentrieren. Lenke deine Aufmerksamkeit stattdessen ganz bewusst auf andere Dinge, die dir gut tun und dich ablenken. Beschäftige dich mit alternativen Aktivitäten.

Umgang mit Schlafstörungen

Häufige Entzugserscheinungen sind Schlafstörungen. Neben der körperlichen Umstellung ist das Einschlafen vor allem auch „Kopfsache“. Bei sehr vielen Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten hat sich ein abendliches Ritual entwickelt, das stark mit dem Kiffen verknüpft ist und dem Körper signalisiert, dass jetzt Zeit zum Schlafen ist. Daher ist es anfangs nicht leicht, ohne die „Blubber“ oder den Joint abends zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen. Folgende Tipps können dir helfen, wieder besser zu schlafen:

  • Achte darauf, tagsüber aktiv und ausgelastet zu sein, damit du abends wirklich müde bist.
  • Ganz wichtig sind sportliche Aktivitäten, besonders an der frischen Luft. Sie mildern insgesamt die Entzugserscheinungen und helfen dir, abends schneller schlafen zu können. Nur kurz vor dem Schlafengehen solltest du es vermeiden, Sport zu treiben, da dein Kreislauf eine Weile braucht, bis er wieder zur Ruhe kommt.
  • Entwickle ein neues Einschlafritual für dich. Überlege dir, wie du ohne zu kiffen abends zur Ruhe kommen kannst. Vielleicht möchtest du stattdessen lesen oder Musik hören?
  • Vermeide es, morgens zu lange zu schlafen oder dich tagsüber hinzulegen. Beachte auch regelmäßige Aufsteh- und Bettgehzeiten. Achte dabei auf eine angenehme und schlafförderende Schlafumgebung.
  • Konsumiere keine koffeinhaltigen Getränke am Abend.
  • Weitere Tipps zum guten Schlaf findest du im Internet unter dem Suchbegriff "Schlafhygiene", zum Beispiel unter www.schlafgestoert.de.

Bei intensiveren Entzugssymptomen

Wenn sich stärkere Angstzustände, Depressionen oder sogar psychose-ähnliche Symptome (Wahnvorstellungen, Halluzinationen) einstellen, so solltest du dich nicht scheuen, dich an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Psychiatrie zu wenden bzw. die Ambulanz einer Klinik mit psychiatrischer Abteilung aufzusuchen. In der Regel vergehen die Symptome nach ein paar Tagen. Wenn die Symptome jedoch länger anhalten, so muss abgeklärt werden, ob eine weitere Behandlung vonnöten ist.

Zum Thema Medikamente

An medikamentösen Unterstützungsmaßnahmen wird zwar geforscht, bislang werden aber in der Regel keine Medikamente zur Behandlung von Entzugssymptomen bei Cannabiskonsum eingesetzt. Denn auch wenn die plötzliche Abstinenz von Cannabis unangenehm sein kann, verglichen mit dem Entzugssyndrom bei Opiaten oder Alkohol ist das von Cannabis eher als mild einzustufen. In der Regel ergeben sich auch keine ernsthaften medizinischen oder psychiatrischen Komplikationen. Das bedeutet schlicht und einfach: Da musst du durch!

Möglicherweise verschreibt dir deine Hausärztin oder dein Hausarzt vorschnell Medikamente, die Entzugssymptome lindern sollen. Frage nach, um welche Art Medikamente es sich handelt. Von Medikamenten, die der Gruppe der Benzodiazepine zugeordnet werden (z. B. Diazepam), ist im Entzug abzuraten, da sie selbst ein erhebliches Abhängigkeitspotential haben, es sei denn, du befindest dich in psychiatrischer oder neurologischer Behandlung und die Medikation wird durch einen Facharzt bzw. eine Fachärztin überwacht. Wichtig ist, die Medikamente nach Abklingen der Entzugssymptome wieder abzusetzen.

Es gibt auch pflanzliche, frei verkäufliche Tees und Entspannungsbäder, die Beschwerden in der Entzugszeit lindern können. Achte außerdem darauf, dich gesund zu ernähren und genügend (Alkoholfreies) zu trinken. Um Entzugssymptome zu mildern, bieten inzwischen einige Entzugskliniken und Einrichtungen der Drogenhilfe auch Akupunktur an.

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Userbericht

Jonzey

37 Jahre

weiblich

Ich habe die Muster entfernt, die mich zum Kiffen gebracht haben.
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