Risikosituationen erkennen

Untersuchungen zu Alkohol und anderen Drogen haben gezeigt, dass die Versuchung, wieder zu konsumieren, in Risikosituationen am höchsten ist. Diese Situationen können mit Personen, Orten, Stimmungen oder Erlebnissen zusammenhängen. Die meisten Risikosituationen lassen sich folgenden Kategorien zuordnen:

  • Frust und Ärger: Schlechte Laune, Frust und Ärger beispielsweise aufgrund eines Konflikts mit dem Partner oder der Partnerin oder anderen Personen können das Bedürfnis auslösen, die schlechte Stimmung durch Konsum zu vertreiben.
  • Unangenehme emotionale Empfindungen: Bekannt ist, dass unangenehme Gefühle wie Angst, depressive Verstimmungen, Schuldgefühle, Langeweile oder Stress in Verbindung stehen mit dem Kiffen, das in diesen Fällen zur Kompensation bzw. Regulation der Empfindungen benutzt wird.
  • Craving: Besonders in der ersten Zeit, in der weniger oder gar nicht gekifft wird, kann ein starker Wunsch nach erneutem Konsum entstehen. Das Craving kann wiederum ausgelöst werden durch bestimmte Orte, Situationen oder auch Musik, die mit dem Kiffen in Zusammenhang gebracht wird. Häufig sind auch Schlafprobleme Auslöser für Craving.
  • Sozialer Druck: Nicht jeder kann nachvollziehen, dass das Kiffen auch problematisch werden kann. Man sollte daher nicht erwarten, dass kiffende Freundinnen oder Freunde den eigenen Entschluss respektieren oder unterstützen. Allerdings kann das bloße Beisammensein mit konsumierenden Freundinnen und Freunden, die keinen direkten Druck ausüben, ausreichen, um das Bedürfnis auszulösen, mitzumachen, weil es Spaß macht oder weil es einfach dazu gehört.
  • Steigerung positiver Empfindungen (Luststeigerung): Oftmals wird das Kiffen eingesetzt, um Gefühle zu steigern, beispielsweise um Musik oder Sex besser genießen oder um besser entspannen zu können. Oder Cannabis wird benutzt, um sich für etwas zu belohnen. Bleibt das Kiffen in diesen Situationen aus, kann der Wunsch nach weiterem Konsum stärker werden.
  • Drogenkonsum: Wenn das Kiffen nur reduziert wird, birgt jede Konsumsituation das Risiko, wieder in das alte Konsummuster zurückzufallen. Das Reduzieren ist daher mit mehr Anstrengung verbunden als der Ausstieg (mehr dazu). Auch der Konsum von Alkohol, Tabak und anderen Drogen kann den Wunsch nach Cannabis auslösen.

Welche speziellen Situationen für den Einzelnen bedeutsam sind, ist individuell unterschiedlich und hängt davon ab, wann, wo, wie und mit wem man häufig gekifft hat. Wer beispielsweise gewohnt war, zuhause alleine zu kiffen, wenn Langeweile aufkam, wird im Zustand des Nichtstuns, in dem sich ein Gefühl der Leere breit macht, besonders gefährdet sein, das ehemalige Konsumverhalten wieder aufzugreifen. Dann ist ein bewusster Umgang mit Risikosituationen notwendig.

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Userbericht

Antonia

33 Jahre

weiblich

Ganz aufhören ist einfacher, da spart man sich die ständige Diskussion mit sich selbst.
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