Mit Craving umgehen

Es ist ein durchaus übliches Phänomen, dass Konsumenten und Konsumentinnen, die über einen längeren Zeitraum gekifft haben, Entzugssymptome erleben, wenn sie ihren Konsum eingestellt haben. Neben unangenehmen körperlichen Symptomen entsteht bei vielen vor allem ein intensives Verlangen, wieder zu konsumieren – auch Craving genannt.

Das Craving ist ein Phänomen, das man nicht unterschätzen sollte, denn es will dich mit allen Mitteln dazu bringen, wieder zu kiffen. Wenn du bewusst damit umgehst, kannst du es mit der Zeit bewältigen. Folgende Informationen können dabei hilfreich sein:

  • Mache dir bewusst und bereite dich darauf vor, dass du über einen längeren Zeitraum immer wieder das heftige Verlangen verspüren wirst, kiffen zu wollen.
  • Akutes Craving ist nur von kurzer Dauer; innerhalb weniger Minuten wird das Gefühl sehr intensiv, um dann – wie eine Welle – langsam abzuflachen. Diese Gefühle werden mit der Zeit schwächer und tauchen seltener auf. Meist tritt schon nach ein paar Tagen, spätestens nach zwei Wochen eine deutliche Besserung ein. Allerdings sollte man auch später wachsam sein.
  • Meist wird das Verlangen, wieder kiffen zu wollen, durch Risikosituationen ausgelöst, also Personen, Orte oder Stimmungen, die dich daran erinnern, wie es war, bekifft zu sein.
  • Versuche zu erkennen, welches deine Auslöser sind und gehe ihnen – so weit es möglich ist – aus dem Weg. Besonders, wenn ein großer Teil deines Freundeskreises auch Cannabis konsumiert, kann das schwierig sein. Da helfen Tipps, wie man einem Angebot widersteht.
  • Eine genaue Selbstbeobachtung kann dir helfen, diese Auslöser zu erkennen und zu vermeiden.
  • Manchmal wirst du die Auslöser nicht umgehen können. Dann brauchst du Kontrollstrategien, um sie zu bewältigen:
    • Erinnere dich daran, warum du weniger oder gar nicht mehr kiffen willst.
    • Sei wachsam gegenüber aufkommenden Gedanken, die das Kiffen unterstützen.
    • Vergegenwärtige dir, dass das intensive Verlangen nur von kurzer Dauer ist.
    • Eine Entscheidung – kiffen oder nicht kiffen – sollte auf jeden Fall um 30 Minuten hinausgezögert werden.
    • Rufe eine Freundin oder einen Freund an, die oder der dich bei deinem Vorhaben unterstützt.
    • Nutze Selbstgespräche, um dem Craving aktiv zu begegnen.
    • Sage dir selber laut: „STOP!“ und tue etwas anderes.
  • Schließlich kannst du das Craving am besten bekämpfen, indem du dich mit anderen alternativen Aktivitäten ablenkst und keine weiteren Gedanken ans Kiffen verschwendest. Kleiner Tipp, wenn dir nichts einfallen sollte: abwaschen, putzen, aufräumen, kochen und andere Hausarbeiten helfen auch. Wichtig ist, dass du dich beschäftigst.

Es ist vielleicht hilfreich, sich das Craving wie eine hungrige Katze vorzustellen, die dir zuläuft und dich mit flehendem Miauen dazu bringen will, gefüttert zu werden. Wenn du die Katze fütterst, wird sie lernen: „Immer wenn ich miaue, krieg ich was zu fressen.“ Fütterst du sie nicht, wird sie noch hartnäckiger miauen, um dein Herz zu erweichen. Aber nach einer Weile wird sie feststellen, dass bei dir nichts zu holen ist – und davon traben.

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Userbericht

Person des öffentlichen Lebens

36 Jahre

männlich

Sport ist meine Ersatzbefriedigung.
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