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Userberichte

Alle ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Quit the Shit“, die zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung mindestens 18 Jahre alt waren, können nach Ende des Programms einen Erfahrungsbericht schreiben.

Staubfinger

23 Jahre

weiblich

  • Cannabiskonsum vor Programmteilnahme:
    27 Konsumtage in den letzten 30 Tagen
  • Cannabisabhängigkeit vor Programmteilnahme:
    ja

Was hat für dich den Ausschlag gegeben, das Kiffen einzuschränken oder ganz aufzugeben?
Ausschlaggebend war letztendlich meine ängstliche Stimmung. Ich habe ständig ein sorgevolles Gefühl verspürt und war innerlich immer unruhig. Irgendwann habe ich gemerkt, dass Kiffen mir am Anfang Spaß gemacht hat, es aber seit einigen Monaten schon nicht mehr tat. Unter anderem hatte ich eine Panikattacke, die ich echt niemandem wünsche. Vier Monate danach beschloss ich, damit aufzuhören, weil ich mir eingestand, dass mir Kiffen nicht mehr gut tat, obwohl ich vorher lange davon überzeugt war, dass es super ist.

Vorher hatte ich 5 Jahre konsumiert. Die ersten zwei davon nicht täglich, immer in Gesellschaft von Freunden und mit dem Ziel, mich total abzuschießen. Die letzten drei Jahre habe ich tatsächlich jeden Tag direkt nach dem Aufstehen bis zum Schlafen gehen gekifft (allerdings nicht viel in Gramm, jedoch in leichten Joints). Ich habe alles bekifft gemacht: zur Uni gehen, arbeiten, meine Eltern besuchen... Es hat auch echt gut funktioniert! Ich habe immer alles unter einen Hut bekommen, meine Studienpunkte gesammelt, meinen BaföG-Antrag pünktlich abgeschickt, Rechnungen beglichen, Termine wahrgenommen, Ziele gesetzt und erfüllt für die Zukunft. Ich führe schon seit ich kiffe einen eigenen Haushalt und auch das Zusammenleben mit meinem Freund, der auch genauso kiffte, klappte gut.

Wie schätzt du deine aktuelle Konsumsituation ein?
Ich habe seit drei Monaten keinen einzigen Joint mehr geraucht, auch nicht mal kurz gezogen! Bin auch ziemlich sicher, dass ich das nicht mehr tun werde. Glücklicherweise bin ich von allen Entzugserscheinungen, die andere schildern, nicht betroffen gewesen und war eigentlich ab Tag 1 super drauf und hatte viel Lust auf mein neues Leben. Bis heute habe ich in keiner einzigen Situation das Verlangen gespürt zu Kiffen! Obwohl meine Freunde und mein Freund noch weiter konsumieren, fixt mich das gar nicht an.

Inwiefern konnte dir das Programm "Quit the Shit" bei deinem Vorhaben helfen?
Es war schön, die Sicherheit zu haben, dass ich mit jemandem sprechen kann, wenn nötig. Die Übung zu den Vor - und Nachteilen des Kiffens und des Aufhörens fand ich am Besten! Das hat einem das nochmal so super vor Augen geführt. Im Forum habe ich auch einiges gelesen, das meinen Willen nur gestärkt hat. Weil es mir bei meinem ersten Versuch so super einfach gefallen ist, es zu lassen, empfinde ich mich selbst gar nicht als abhängig. Es hat trotzdem was hinterlassen, zu lesen, was andere berichten, dass es von Mal zu Mal schwieriger wird und sie sich wünschten, es, als es einfach war, gelassen zu haben.

Gab es andere Dinge, die dir geholfen haben?
Besonders extrem hat mir geholfen, nicht an mir zu Zweifeln! Ich habe einen konkreten Entschluss gefasst, diesen für mich verbindlich ausgesprochen und meinem Freund mitgeteilt. Er würde mich bei allem was ich möchte unterstützen und war überraschend bereit, ab sofort sein Kiffen auf dem Balkon fortzuführen.

Wir haben unsere Ängste und Wünsche klar besprochen. Mein Entschluss aufzuhören hatte bei ihm intuitiv Sorge vor Erwartungen ausgelöst, dass er jetzt auch aufhören soll und ich das von ihm verlange. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er auf dem Balkon so viel Kiffen darf wie er möchte und aufhören soll, wenn er selbst die intrinsische Motivation und einen Grund dafür findet. Uns war allerdings klar, dass wir, wenn er im selben Pensum weiter konsumiert, unterschiedliche Bedürfnisse haben werden. Ich nach Aktivität und er nach Chillen. Ich sagte ihm, dass ich mir wünsche, dass das kein Streitpunkt wird zwischen uns - schönerweise wurde es das nie. Er hat mir damals versichert, dass er darauf achten würde und hat es auch getan.

Abgesehen von meinem Partner war es extrem hilfreich für mich, mir Beschäftigung zu suchen. Ich habe ungefähr 10 neue Hobbys entwickelt oder wieder aufleben lassen. Ich mache unheimlich viele spaßige Dinge, setze meinen Fokus auf mein Studium und meine Arbeit, binde mich dort in neue Verantwortungen und trage sie. Die Früchte davon sehe ich nun eindeutig. Ich werde im nächsten Semester einen Auslandsaufenthalt in Afrika haben, für das ich mich entschieden habe und weiß ganz genau, dass ich sowas vorher nicht gemacht hätte.

Meine Freunde haben alle sehr überrascht auf meinen Entschluss reagiert, da Kiffen schon so ein großer Teil meiner Identität war. Natürlich haben sie mir nie etwas angeboten, geschweige denn mich gedrängt - sonst würde ich sie nicht mehr Freunde nennen.

Was empfiehlst du anderen, die auch weniger oder ganz aufhören wollen zu kiffen?
Ich denke, es steht und fällt mit deiner Einstellung. Sicher hat jeder Mensch einige Hürden in seinem Leben gemeistert, man sollte dieses Kiffen auch nicht größer reden als es ist. Es gibt zich Dinge, die schwerer zu überwinden sind als das!

Man sollte sich nicht einreden, dass es schwer wird und man unsicher ist. Man sollte daran glauben, dass man es schaffen wird und nicht zweifeln. Und man sollte die Tragweite davon verstehen. Wer viel kifft, füllt damit 50% seines Tages. Das sind 12 Stunden. Die sind dann freigestellt... dein Geist und deine Seele fordern Glückshormone, die du dir vorher gaaaanz einfach erschlichen hast. Du musst jetzt für dich sorgen! Es hat mit Abnabelung zu tun! Kiffen macht schöne, wohlige Gefühle und du musst nichts bieten als ein paar Euro. Ähnlich wie als kleines Kind in liebevollen Armen gewiegt und genährt zu werden. Aber das bringt einfach keine Entwicklung mit sich.

Man muss wachsen und schauen, wie man sich dieses wohlige Gefühl der Zufriedenheit und Entspannung auch besorgen kann. Ich kann versprechen, es geht! Es ist nicht so easy und sofort verfügbar wie mit Gras, aber es ist auch nicht die Suche nach dem Bernsteinzimmer. Ich denke, jeder muss sich die Frage stellen, wieso er kifft, was er damit bezweckt und wie man diese Bedürfnisse auch anderweitig stillen kann.


haraldo

26 Jahre

männlich

Die Sucht ging mir auf die Nerven.
[... mehr]


JulienQuits

18 Jahre

männlich

If you never try you'll never know.
[... mehr]


Peter

32 Jahre

männlich

Quit the Shit hat mir die aktuelle Konsumsituation detailiert aufgezeigt.
[... mehr]


dragonfly00x

28 Jahre

weiblich

Ich glaube nicht, dass ich es ohne das Programm überhaupt geschafft hätte.
[... mehr]


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