Userberichte

Alle ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Quit the Shit“, die zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung mindestens 18 Jahre alt waren, können nach Ende des Programms einen Erfahrungsbericht schreiben.

davids

23 Jahre

männlich

Ich bin aus meiner WG rausgefolgen, hatte meine Ersparnisse aufgebraucht, mein Studium aufgegeben und konsumierte fast nur noch.
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Hajo

55 Jahre

männlich

Werde ganz aufhören.
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lucreready

22 Jahre

männlich

Habe durch das Programm das Durchhaltevermögen gekriegt, eine Zeit lang zu pausieren.
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Rauchfrei

35 Jahre

weiblich

Es hat mir sehr geholfen, meinen Konsum im Überblick zu behalten.
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Jonzey

37 Jahre

weiblich

  • Cannabiskonsum vor Programmteilnahme:
    30 Konsumtage in den letzten 30 Tagen
  • Cannabisabhängigkeit vor Programmteilnahme:
    ja

Was hat für dich den Ausschlag gegeben, das Kiffen einzuschränken oder ganz aufzugeben?
Da ich bemerkt habe, dass ich nicht mehr von alleine den Willen finde aufzuhören. Das Verlangen war zu stark und die Gründe, es zu lassen, nicht überzeugend. Ich war in einer Liebeskriese und habe mit dem Kiffen versucht, diese Gefühle zu überbrücken.

Wie schätzt du deine aktuelle Konsumsituation ein?
Seit dem Programm bin ich einmal vor einer Woche rückfällig geworden und habe 2 Gramm in drei Tagen geraucht. Ich habe sofort bemerkt, wie es mich wieder dazu verleitet, mehr zu kaufen. Ich habe 3 Tage gebraucht, um das Unruhegefühl der Sucht loszuwerden. Mein Fazit ist, dass diese Suchtgefühle mich zwar ablenken, aber der Kampf, es wieder zu lassen, lohnt sich nicht und ist fast noch anstrengender als z. B. einfach für drei Tage tanzen zu gehen, wenn es sein muss. Ich werde mir in Zukunft wieder mehr erlauben und z. B. tanzen gehen oder mit Menschen reden, um mich abzulenken, Komplimente zu bekommen und mir immer wieder bewusst machen, dass ich nicht alles so endgültig nehmen muss und auch das Recht habe, Spaß zu haben. Das habe ich jetzt ausprobiert und es ist fast schon befreiend, die Menschen um mich herum nicht allzu ernst zu nehmen und auch mir zu erlauben, ein wenig zu "schauspielern" mit Männern, d. h. Flirten ohne weitere Absichten, aber die Grenze (speziell zu meinem Herzen) zu wahren und nicht zu überschreiten. Das ist eine tolle Methode, nicht alles so schwarz/weiß zu sehen und wie gesagt, es fühlt sich befreiend an.

Inwiefern konnte dir das Programm "Quit the Shit" bei deinem Vorhaben helfen?
Sehr, ich dachte erst, dass mein Fall für so ein Programm nicht schwer genug ist. Auch hatte ich große Zweifel. "Bin ich jetzt offiziell ein Junkie?", habe ich mich gefragt, als ich diesen Schritt mit der Anmeldug tat. Ich habe mich nicht annähernd als Junkie gesehen, wusste aber, dass ich diese Droge missbrauche. Das Aufhören war leichter als gedacht, ich bin gerne motiviert und zeige was ich kann. Da hat mein Berater mir den richtigen Boden gegeben, da er immer sehr motivierend war und ich mich gut aufgehoben gefühlt habe bei und mit ihm.

Gab es andere Dinge, die dir geholfen haben?
Ja, ich habe die Muster entfernt, die mich zum Kiffen gebracht haben. Weg mit dem X und fast allen Freunden, die kiffen. Ansonsten habe ich angefangen zu boxen, um unter Leuten zu sein, die was für sich tun und um meine Gefühle alle tot zu boxen. Es macht sehr viel Spaß!

Was empfiehlst du anderen, die auch weniger oder ganz aufhören wollen zu kiffen?
Hm, schwierig... Ich empfehle ihnen, falls sie keine psychischen Anliegen haben wie ich, dass sie sich fragen sollen, warum sie kiffen und ob das wirklich der Weg ist, den sie gehen wollen. Sie sollten sich bewusst machen, dass das Kiffen im Jugendalter was ganz anderes ist, weil das eher was mit cool sein zutun hatte oder dazugehören. Wenn man es später immer noch macht, dann hat man ein Problem und das Kiffen ist ein Warnsignal dafür, das es ab jetzt nur noch den Bach runter gehen kann. Wertvolle Lebenszeit wird verkifft. Man bringt sich langsam um. Dann lieber Heroin, da geht es unter Umständen schneller. Kiffen ist eine Art, sich selbst zu foltern, nur das man daran nicht stirbt, sondern lediglich seine Möglichkeiten und sein Leben verpennt und wegwirft. Bei psychischen Anliegen oder Krankheiten wie bei mir, also einer instabilen Persönlichkeit, rate ich zu einem guten Therapeuten (insofern man dieser Person vertrauen kann) und der man wirklich alles sagen und darauf vertrauen kann, dass sie einem schon nicht ans Bein pisst, wenn sie mal was nicht so gut findet und das offen sagt. Ich denke, das Kernproblem aller Drogenmissbräuche ist ein innerlicher Konflikt und den sollte man angehen. "Sei stark, du hast es in dir" würde ich ihnen raten.