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Userberichte

Alle ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Quit the Shit“, die zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung mindestens 18 Jahre alt waren, können nach Ende des Programms einen Erfahrungsbericht schreiben.

Matze

38 Jahre

männlich

Im Chat konnte ich Dinge ansprechen, die ich mich im realen Gespräch nicht getraut hätte.
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SolnoSchka

25 Jahre

weiblich

  • Cannabiskonsum vor Programmteilnahme:
    7 Konsumtage in den letzten 30 Tagen
  • Cannabisabhängigkeit vor Programmteilnahme:
    ja

Was hat für dich den Ausschlag gegeben, das Kiffen einzuschränken oder ganz aufzugeben?
Es waren einige Gründe... Übergeordnet war es die Tatsache, dass ich nicht mehr Herr meiner Sinne, Gefühle, Handlungen, Entscheidungen etc. war. Und das nicht nur während des Kiffens, sondern auch im nüchternen Zustand. Ich hatte eine Art Depression entwickelt, die mich in vielerlei Hinsicht gelähmt hat. Soziale Beziehungen, Uni, Ziele, gehen lassen. Dass ich abhängig bin, wusste ich schon ne ganze Weile, aufhören wollte ich auch schon länger, habe es jedoch nicht geschafft. Der Zustand hat sich dann von Mal zu Mal verschlechtert. Ich wurde auch extremer in meinem Konsumverhalten, so dass ich intensiv recherchiert habe und schließlich auf Quit the Shit gestoßen bin.

Wie schätzt du deine aktuelle Konsumsituation ein?
Ich bin seit 12 Tagen konsumfrei. Ich fühle mich zum ersten mal stabil und nicht mehr abhängig. Ich emfinde keinen Suchtdruck mehr. Insofern stabil, als dass ich sagen kann, egal in welcher Gefühlslage ich mich befinde, ich würde nicht schwach werden bzw. die Gefühle mit Cannabis betäuben. Dazu brauchte es ca. eine Woche, in der ich dann gemekrt habe, dass der Suchtdruck enorm nachgelassen hat. Klar denke ich noch daran, und ich habe es auch immer noch als entspannend und schön in Erinnerung, in den Momenten, in denen ich high war..., aber der Suchtdruck ist einfach weg, so dass mein Verstand die Oberhand behält.

Die Woche war aber sehr, sehr hart, ich stand fast jeden Tag erneut vor einem Rückfall, ich war sehr depressiv und emotional aufgewühlt. Hinzukommt, dass ich eine Trennung hinter mir habe, die mir emotional zusätzlich sehr zugesetzt hat. Es war die schrecklichste Woche meines Lebens. Ich hatte das Gefühl, ich mache zwei Entzüge durch, den Entzug der Liebe und den von Cannabis. Dass ich es geschafft habe, hat wohl auch damit zu tun, dass die letzten Konsumtage extrem ausgeartet sind... ich glaube, viel tiefer konnte ich nicht fallen, es ging einfach nicht mehr weiter.

Ich bin sehr froh, dass ich es jetzt geschafft habe, dass das Craving weg ist. Allerdings bin ich immer noch sehr verstimmt, weine oft. Besonders abends überkommt mich ein Gefühl der inneren Leere. Naja, ich weiß, dass das Gehirn eine Weile braucht, bis es sich wieder regeneriert hat und mein Dopaminhaushalt wieder im Gleichgewicht ist. Das versuche ich mir immer wieder vor Augen zu führen, dass ich wieder glücklich werde und wieder Glück empfinden kann.

Es ist nicht so, dass ich mich jetzt ausnahmslos unglücklich und niedergeschlagen fühle. Selbst joggen und sportliche Betätigung verschaffen mir nicht dasselbe Gefühl wie früher. Aber ich möchte durchhalten! Ein bisschen habe ich Angst, dass das schlecht drauf sein chronisch geworden ist. Ich möchte zwei Monate abwarten. Es gibt immer mal wieder Momente, in denen ich mich mit mir im Reinen fühle. Diese sind allerdings sehr, sehr selten.

Objektiv gesehen weiß ich, dass ich mich freuen kann, knapp zwei Wochen durchgehalten zu haben und auf einem Level zu sein, auf dem ich wieder Herr meiner Sinne bin. Dieses Gefühl der Selbstkontrolle hatte ich schon über ein Jahr nicht mehr. Es ist toll!

Inwiefern konnte dir das Programm "Quit the Shit" bei deinem Vorhaben helfen?
"Es hat mir sehr geholfen, da es mich durch das Schreiben dazu angeregt hat, über mich und über mein Konsumverhalten nachzudenken und damit auseinanderzusetzen. Durch das Feedback des Beraters wurde mir auch klar, wie ernst meine Lage ist, aber auch, dass ich es schaffen kann. Quit the Shit hat zu meiner Entscheidung, mit dem Kiffen aufzuhören, einen wichtigen Beitrag geliefert.

Ich habe es während des Programms nicht geschafft aufzuhören, ich glaube, ich war einfach noch nicht reif genug. Aber es hat mich stärker gemacht, stärker gemacht gegen die Sucht und ihr gegenüber überlegener, Stück für Stück. Dafür noch einmal ein herzliches Dankeschön!"

Gab es andere Dinge, die dir geholfen haben?
"Meine Mutter. Sie wusste zwar nicht, wieso ich jeden Tag diese Tiefs hatte, ich habe es nicht übers Herz gebracht, ihr zu beichten, dass ich abhängig bin von einer Droge. Aber sie stand immer zu mir, hat sich mein Jammern, meine Wutausbrüche und Tränenausbrüche anhören, antun müssen... ohne auch nur einmal genervt zu wirken. Ich bewundere sie dafür, gleichzeitig tut es mir weh, ihr das angetan zu haben, ohne einen vernünftigen Grund zu nennen, sie im Unwissen zu lassen. Teilweise hat sie sich auch selbst die Schuld daran gegeben, dass ich so ""depressiv geworden bin"". Dabei waren das die Drogen und die Konsequenzen daraus, die mich so verändert und alles Glücksempfinden ausgesaugt haben. Anders kann ich es nicht sagen. Ich war so ein fröhlicher und lebenslustiger Mensch. Was ist bloß aus mir geworden :(

Sport hat mir ebenfalls geholfen, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Freunde haben mir auch sehr geholfen, einfach dadurch, dass ich was unternommen habe und ich nicht mehr grübeln musste über mich, über meine Situation. Unternehmungen, Kino, Begegnungen mit dem Leben, Natur, Sauna - in der Sauna habe ich mich besonders gut gefühlt, ich war einfach nur ausgelassen, keinerlei negative Gedanken, das war sehr hilfreich.

Geholfen hat mir auch, Zitate zu lesen, Zitate die einem Kraft geben, tiefgründige Sprüche, Lebensweisheiten etc., das war wie eine Therapie für mich."

Was empfiehlst du anderen, die auch weniger oder ganz aufhören wollen zu kiffen?
"Ich empfehle, sich erstmal klar zu machen, was eine Sucht in der Gehirnstruktur verändert. Nicht du selbst, willst die Droge, es sind die Veränderungen im Gehirn, die das bewirken! Das bist nicht du, die danach verlangt, es ist die Sucht. Man muss versuchen, sich von der Sucht zu distanzieren, sich als Zweierlei zu sehen. Der, der man wirklich ist, also vor der Sucht war, und die Sucht. Diese Ansicht hat mir geholfen, da sie mich zum kämpfen animiert hat, gegen die Sucht. Mir war bewusst, dass ich das nicht bin und dass die Person, die ich sein will, noch in mir steckt!

Und du musst verdammt nochmal durchhalten! Das heißt auch, dass du dir klar machen musst, dass du all die negativen Gefühle und Stimmungen aushalten musst! Immerhin hast du dir Glücksgefühle geklaut. Jetzt musst du auch mal mit weniger auskommen, das ist die Konsequenz, die du ertragen musst.

Das Craving vergeht schneller als du denkst, denk nicht, dass du dein ganzes Leben lang dagegen ankämpfen musst, gegen diesen Suchtdruck, den du jetzt vielleicht so stark empfindest. Das könnte ich nicht, wahrscheinlich niemand. Es ist nur eine gewisse Zeit, in der du stark sein musst, um das Craving zu töten.

Wie es weiter gehen wird... das werde ich jetzt sehen müssen. Zum Abschluss noch ein Zitat, dass mich gestärkt hat: Manchmal werden wir getestet, nicht um zu zeigen wie schwach wir sind, sondern um zu entdecken wie stark wir sind!"


Raoul

39 Jahre

männlich

Das Programm hat mich dazu motiviert, mich täglich zu reflektieren.
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